Content Creator Paulin Klärner: „Wer guten Content machen will, muss sich in Menschen hineinversetzen.“

Paulin Klärner | 25. August 2020 | People | Lesedauer: 2 Minuten

Paulin Klärner

Paulin schreibt bei Content Glory nicht nur Artikel und Social Media Posts, sondern ist auch für die redaktionelle Aufbereitung von Videos verantwortlich. Ihr Credo: Wer gute Geschichten erzählen will, muss sich in Empathie üben. Vor allem im Gesundheitsbereich.

Das gilt einerseits für Interviews mit ExpertInnen und das Aufbereiten persönlicher Geschichten von PatientInnen für Text- und Video-Content, andererseits auch für das Übersetzen von Inhalten für Social Media. Folglich ist das „Hineinversetzen“ sowohl für die Interaktion mit dem Gegenüber, das in den Prozess der Content-Erstellung mit eingebunden ist, als auch für die target audience, die das Endprodukt konsumiert, wichtig. 

Für guten Content braucht es laut Paulin also ein gewisses Maß an G'spür, um Menschen auf einer emotionalen Ebene zu erreichen – die Ebene, die für guten Content unabdinglich ist. Sie glaubt fest daran, dass dieses G’spür nichts Angeborenes ist, sondern ein Prozess, der tagtäglich geübt werden muss. Was sie an ihrem Job am meisten liebt? Wenn ihr Content am Ende des Tages zumindest ein, zwei Menschen Freude bereitet, sie berührt und/oder ihr Leben ein bisschen besser bzw. einfacher gemacht hat. Dann ist für Paulin der Sinn und Zweck ihrer Arbeit erfüllt. 

Du machst also auch was mit Content?

Genau. Ich liebe Geschichten. Geschichten zu lesen, zu hören, anzuschauen – und glücklicherweise darf ich sie auch selbst erzählen.

Wie erklärst du deiner Mama was Content ist?

Mutter! Huach zua! Kennst du den Song aus „Willy Wonka’s Chocolate Factory“? „There is no place I know that compares with your imagination“...das is' Content.

Lieber Content machen oder schauen?

Ich denke, das kann ich nicht trennen. Ein guter Film inspiriert zum Ideenwälzen. Content zu produzieren macht wiederum Lust auf die Suche nach Inspiration. Für mich sind diese beiden Dinge also eng miteinander verbunden. Schaut man einen guten Film, produziert man im selben Moment Content im Kopf. Sitzt man an einem Content Piece, dann greift man bewusst oder unbewusst immer auf seine Inspirationsquellen zurück. You can’t have one without the other…

Oder doch essen? Wie schmeckt Content für dich?

Kommt drauf an, welchen man isst! Der Content einer gewissen österreichischen Tageszeitung schmeckt für mich z.B. wie eine lasche Wurstsemmel, die von den Gurken schon ganz gatschig aufgeweicht wurde. Da weiß man: Keine der Zutaten ist unter ethisch vertretbaren Bedingungen hergestellt worden, man will nur schnell satt machen, da steckt keine Liebe drin.

Richtig guter Content schmeckt immer anders – aber immer frisch und mit Freude & Leidenschaft gemacht. Und dass keine Tiere für ihn sterben mussten ist auch sehr wichtig. ;)

If content is king, who is queen?

Mut. Neue Wege zu gehen, Dinge auszuprobieren und aus dem Scheitern zu lernen eröffnet ganz neue Möglichkeiten, neue Perspektiven – das macht am Ende den richtig guten Content aus. Content mit Charakter.

Content Creation: Was bringt deine Content Maschine auf Touren?

Volle Kaffeehäuser mit spannenden Gesichtern, Gemurmel und Gelächter, Musik im Hintergrund…kurz: Alltagsgeschichten.

Früher Vogel oder Nachteule?

Nachteule. Noch. Bald bin ich erwachsen.

Cross-Fit oder Yoga?

Yoga. Aber meine liebste Sportart ist und bleibt das Spazierengehen. JA, das is Sport!

Kaffee oder Tee?

Der Espresso ist mein täglicher (oder besser stündlicher) Begleiter. Schwarz, ohne Zucker, voll düster. Dazu ein Vanillekipfi.

Was ist dein Desktophintergrund?

Ein Bild aus „Oh wie schön ist Panama“ von Janosch.

Social Content: Facebook, Insta, YouTube – welchen Channel stalkst du am liebsten?

Facebook zum Connecten, Instagram zur Unterhaltung. Momentan hol' ich mir dort meine tägliche Humor-Dosis von Stefanie Sargnagel – und von meiner kleinen Schwester, die hier ihrer Pubertät alle Ehre macht.

Binge watching – wir wissen, du tust es auch! Auf welcher Serie bist du hängen geblieben?

Auf zu vielen, wie man unschwer an meiner Studiendauer erkennen kann. Mein Favorit der letzten Jahre ist aber ganz klar „Breaking Bad“.

Lost Content: Welche Person würdest du gerne aus dem Jenseits zurückholen, um mit ihr ein Interview zu führen?

Leonard Cohen. Wir hätten viel zu besprechen.

Welchen Content hat dein Milchpackerl: Kuhmilch oder Soja?

Weder noch – wie gesagt: Espresso schwarz und düster.

Hidden Content: Ganz unter uns – welche Leichen hast du im Datenkeller?

Eine erschreckend große Sammlung an Selfies mit Digitalkamera vor dem Spiegel. Schwarzer Kajal, Nietenarmbänder und Pubertäts-Melancholie inklusive. Beweise auf Anfrage.

 

Paulin Klärner
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Credit: ©Leigh Prather /Adobe Stock