Die kreative Pause Teil 1 – Wenn die Muse noch im Stau steht

Vanessa Kraut | 01. Oktober 2019 | Content Marketing

kreative Pause

Kreativität ist eine eigen­willige Gesellin – mal taucht sie aus dem Nichts auf, mal lässt sie auf sich warten, wenn man sie am dringend­sten benötigt. Tipps für mehr Kreativi­tät gibt es zuhauf, eine be­sondere Kompo­nente des Kreativ­prozesses geht dabei jedoch oft unter: Die Pause.

Auf kreative Lösungen müssen wir ständig zurückgreifen: Wenn beispielsweise der Kühlschrank fast leer ist und man keinen Gusto auf Spaghetti mit Ketchup hat. Um dennoch ein schmackhaftes Resteessen zu zaubern, braucht es zumindest einen Hauch von Kreativität. Gibt man noch ein wenig Geschick und Know-How dazu, kann man womöglich schon Trüffelpasta servieren – zumindest erleben wir das abseits vom Herd, immer wieder in unserer Content-Küche.

Wann die Muse uns küsst, können wir uns leider nicht immer aussuchen. Bleiben die kreativen Gedanken aus, ist das besonders im Berufsalltag frustrierend. Genau in solchen Situationen kann die kreative Pause helfen, die Kreativität anzukurbeln und neue Inspiration zu finden. Welche Erfahrungen und Erfolgserlebnisse es rund um das bewusste Innehalten vom Kreativprozess gibt, möchten wir in der Serie „Die Kreative Pause” herausfinden. Zunächst aber stellt sich noch die Frage: Wie funktioniert eigentlich Kreativität?

Was wirklich passiert, wenn im Kopf das Licht angeht

Wenn es darum geht, kreative Ideen zu fördern, hat wohl jeder ein eigenes DIY-Erfolgsrezept. Sei es Mind-Mapping, Joggen, Duschen, Kochen oder den Lieblings-Podcast anhören – steht man vor einem Problem und möchte wieder frei denken können, gibt es unzählige Möglichkeiten den kreativen Motor in Schwung zu bringen. 

Der Prozess, der dabei angeregt wird, ist das kreative Denken: Die Fähigkeit, alternative Lösungen zu finden und auf einer kognitiven Ebene neue Wege zu beschreiten.

Nach der Muse sehnen sich die Menschen schon seit Jahrtausenden. Die Dichter der Antike wählten einen direkten Weg für mehr Kreativität und begannen Epen und Hymnen gerne mit dem sogenannten Musenanruf. Dabei wandten sie sich an die neun Musen, die Schutzgöttinnen der Künste in der griechischen Mythologie. Waren die Göttinnen wohlgesinnt, wurden die Dichter mit der Muse belohnt: Einer Inspirationsquelle, um neue Kunst zu schaffen.

Wechseln wir wieder ins heutige Zeitalter wechseln, hat die Wissenschaft eine plausiblere, wenn auch weniger romantische Erklärung für Kreativität. Laut Definitionen vieler Expertinnen ist es die Fähigkeit etwas zu schaffen, das sowohl „neu”, als auch „nützlich” ist.

Mut zur Frustration

Wer schon gefühlte Ewigkeiten nach einer Lösung für ein bestimmtes Problem sucht und sie einfach nicht findet, wird mitunter frustriert – und das ist gut so. Mark Beeman, Psychologe und Autor von „Das Aha-Erlebnis” hat in Experimenten beobachtet, dass kreatives Denken in mehreren Phasen verläuft. Frustration nimmt dabei einen wichtigen Platz ein.

"Ich habe zwar keine Lösung, bewundere aber das Problem.!

Werden wir mit einem Problem konfrontiert, obliegt die erste Analyse unserer linken, rationalen Gehirnhälfte. Neben der Evaluierung des Problems, werden alle offensichtlichen Lösungsmöglichkeiten durchgegangen. Hat sich danach DIE eine Lösung noch immer nicht gefunden, tritt Frustration und mitunter Verzweiflung auf den Plan. 

"Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück!"

Das ist das entscheidende Zeichen für die linke Gehirnhälfte, die Informationen auch an die rechte, kreative Hälfte weiterzureichen. Dabei werden Informationen neu verknüpft und alternative Lösungswege gefunden – die Geburtsstunde einer kreativen Idee.

Warum das „Heureka!” die Badewanne braucht

Sie haben dieses Phänomen sicher schon bei sich selbst beobachten können: Die Inspiration kommt, wenn wir unseren Gedanken freien Lauf lassen oder gänzlich vom Problem abgelenkt sind. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Entspannung und Ablenkung für ein Denken „Out-of-the-Box” wesentlich ist.

Um dieses Level an Entspannung zu erreichen, gibt es viele Wege. Psychologen empfehlen dafür unter anderem die Therapieform Floating, bei der der Körper in einem Bad mit Epsonsalzen treibt und Außenreize abgeschwächt werden. 

Sich bewusst von der Kreativarbeit zu entfernen und gedanklich abzuschalten, erlaubt es uns auch tief durchzuatmen. Ohne Druck und Anforderungen schafft unser Hirn nämlich vor allem eines: Freie Assoziation. Unterschiedliche Konzepte werden spielerisch verknüpft, ohne Denkblockaden oder Rücksicht auf die Meinungen anderer. Denn Kreativität braucht Freiräume zur Entfaltung.

Übrigens, eine dem Floating ähnliche Methode hat sich schon im bekannterweise kreativen, alten Griechenland bewährt: Den „Heureka”-Moment erlebte der Gelehrte Archimedes bei einer kreativen Pause in der Badewanne, bei der er das bis heute unwiderlegte Prinzip des Auftriebs entdeckte.

Kreativität lebt von Eindrücken

Bevor Sie sich nun zur Tiefenentspannung in einem Floating-Tank von der Außenwelt abschotten und auf Ihr persönliches „Heureka” warten, müssen wir Ihnen noch etwas verraten. Für mehr Inspiration gibt es noch eine weitere Komponente und die heißt: Zerstreuung.

Um neue Ideen zu bekommen, hilft eine breite Aufmerksamkeit, bzw. sich nicht auf ein einziges gewisses Thema zu konzentrieren. Sensorische Reize fördern dabei Kreativität. Das ist nicht abwegig, auch wenn es im ersten Augenblick gegensätzlich klingt.

Ihnen fällt sicher eine Gelegenheit ein, bei der ein Lied, eine Geräuschkulisse oder ein visueller Reiz, beispielsweise ein Museumsbesuch, Ihr kreatives Denken angeregt hat. Oder denken Sie an Ihre letzte Reise zurück und die vielfältigen, neuen Eindrücke – haben Sie sich dort etwa nicht inspiriert gefühlt?

Wie Sie nun die kreative Pause praktizieren, ist so individuell wie Sie selbst. Ein neues Kochrezept auszuprobieren kann genauso eine Pause einläuten, wie in ein Flugzeug Richtung Tropen zu steigen. Um näher zu ergründen, wie Menschen nun Kreativität fördern und vor allem, wie sie die kreative Pausen pflegen, sammeln wir in dieser Serie persönliche Geschichten, Erfahrungen und Tipps aus unserem Team. 

Genießen Sie also Ihre Pause und warten Sie entspannt, bis die Muse bei Ihnen angekommen ist!

Credit: ©Charlie /Adobe Stock