Folgt mir! Die Dos and Don’ts der Content Curation

Pia Saal | 11. August 2020 | Social Media Marketing | Lesedauer: 4 Minuten

Social Media Marketing Content Curation

Eine Kunstausstellung ist nur so gut wie die Kuration der ausgestellten Werke. Selbiges gilt für die sog. „Content Curation” im Social Media Marketing – anstelle von Gemälden werden hier jedoch zielgruppenrelevante Inhalte sorgfältig ausgewählt, sortiert und publiziert. Wie man relevante Inhalte findet, die Abonnenten auch wirklich interessieren und sie zur Interaktion anregen, erfahren Sie in diesem Guide.

⅓ Content Ihres Unternehmens, ⅓ Ideen und Storys von branchenrelevanten Personen, ⅓ persönliche Interaktion mit Ihrer Zielgruppe. So in etwa lässt sich der optimale Social Media Auftritt dritteln. Den zweiten Punkt davon wollen wir heute genauer unter die Lupe nehmen: „fremden” Content, also Inhalte, die nicht von Ihrem Unternehmen selbst stammen, sondern von branchenrelevanten Webseiten oder Personen. 

Content Curation – was ist das?

Wie ein Kurator in einem Museum wählen Sie bestehende Werke – in diesem Fall Blogbeiträge, Social Media Postings oder Artikel aus Fachmagazinen – aus und teilen diese erneut auf Ihren Social Media Kanälen. Twitter lebt beispielsweise von Content Curation: die meisten Nutzerinnen und Nutzer füllen ihre Timeline neben eigenen Postings ausschließlich mit „Retweets” von anderen Personen. Ein kurzer persönlicher Satz dazu und fertig ist der kuratierte Content. Auf Facebook, Instagram und LinkedIn verhält es sich ähnlich.

Mit fremden Federn schmücken? Warum Sie Content kuratieren dürfen und sollten

Auf den ersten Blick mag es seltsam wirken, die eigene Seite mit fremden Inhalten zu füllen, doch keine Scheu! Content Curation hat viele Vorteile und wird Ihnen die Arbeit erleichtern:

  • Treten Sie als Experte in Ihrem Feld auf

Die Inhalte, die Sie auf Social Media teilen, schlagen sich direkt auf die Wahrnehmung Ihrer Brand bei Ihrer Zielgruppe nieder. Das können Sie für sich nutzen und Inhalte kuratieren, um auf der Timeline präsent zu bleiben und so auch Ihre Außenwahrnehmung aktiv mitzugestalten. 

  • Kuratieren ist weniger Aufwand, als eigenen Content zu produzieren

Eigenen Content zu produzieren gehört zweifellos zu jeder Social Media Strategie dazu – was jedoch nicht heißt, dass man es sich nicht auch mal leichter machen kann. Doch das Schreiben von Blogartikeln und die Produktion von Videos kostet viel Zeit und Energie. Content Curation ist daher ein beliebtes Tool, um eigene Ressourcen zu sparen und trotzdem Inhalte zu publizieren. Praktisch, oder?

  • Zeigen Sie, dass Sie sich mit aktuellen Entwicklungen Ihrer Sparte auseinandersetzen

Wer nur über sich selbst spricht gilt gemeinhin als egozentrisch – auch als Unternehmen! Anstelle von „me, myself and I” kommt es viel besser an, wenn man zwischendurch auch mal auf fremde Inhalte verweist. So können Sie zeigen, dass Sie nicht nur das eigene Unternehmen im Kopf haben, sondern auch stets die aktuellen Entwicklungen mitverfolgen. Das kommt übrigens auch Ihnen selbst zugute: So verpassen Sie keine Trends und Entwicklungen und bleiben ganz nebenbei immer auf dem Laufenden. Je mehr Sie das Internet nach relevantem Content durchforsten, desto mehr erfahren Sie über Ihre Branche.

  • Erweitern Sie Ihr Netzwerk

Inhalte zu teilen ist auch eine Form von Socializing. Indem Sie Beiträge von Meinungsführenden aus Ihrer Branche teilen und kommentieren, können Sie Ihr Netzwerk ausbauen und mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Inhalte generieren. Ganz nach dem Prinzip „Wie du mir, so ich dir” werden auch Meinungsführer auf Ihre Inhalte aufmerksam und können diese mit ihrem eigenen Netzwerk teilen. Win-win! 

Content richtig auswählen

Zunächst einmal sollten Sie sich überlegen, zu welchen Themen Sie Inhalte kuratieren möchten. Dabei kann es helfen, Artikel oder Videos als Ergänzung Ihrer eigenen Posts zu sehen. Ein Beispiel: Sie sind ein Kosmetikstudio und bieten eine spezielle Gesichtsbehandlung an, die die Haut ebenmäßiger macht. Dazu recherchieren Sie in einschlägigen Beauty-Magazinen nach passenden Inhalten und stoßen auf einen Artikel, der Ihre Methode als Must-have in jeder Schönheitspflege-Routine darstellt. Sie teilen den Link zum Artikel auf Ihrem Kanal und fügen einen Call-to-Action hinzu:

Content CurationContent Curation bei unserem Kunden Laser & Co.


Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob Sie einen Beitrag posten sollen, helfen diese drei Fragen bei der Entscheidung:

  1. Ist der Beitrag relevant für meine Zielgruppe? Wenn ja, warum?
  2. Ist die Quelle vertrauenswürdig und aktuell?
  3. Ist der Beitrag einzigartig und ist er es wert, geteilt zu werden?


Relevant, rechtzeitig, interessant und nützlich.
Wenn der kuratierte Beitrag diese Eigenschaften erfüllt, steht einem Post nichts mehr im Wege. 

Dos and Don’ts beim Verfassen kuratierter Posts

Wie am Beispiel von Laser & Co. kurz verdeutlicht, genügt es nicht, einen Beitrag einfach nur zu teilen. Die persönliche Note und das Angeben der Quelle sind nur zwei wichtige Dinge, die vor der Publikation zu beachten sind. 

Don’ts 👎 Dos 👍

Einen Beitrag teilen, weil er Ihnen persönlich super gut gefällt – er jedoch keinerlei Relevanz für Ihre Zielgruppe hat.

Sharing is caring – der Content ist für Ihre Zielgruppe, nicht für Sie persönlich. Wenn ein Beitrag auch für Ihre Zielgruppe interessant und aktuell ist, ist er es wert, geteilt zu werden.

Sie sehen einen spannenden Beitrag, der zielgruppenrelevant ist und drücken auf „teilen”.

Nicht so schnell: Bringen Sie Persönlichkeit in den Repost! Fassen Sie den Beitrag in eigenen Worten zusammen oder picken Sie ein Takeaway heraus, das Ihnen besonders wichtig erscheint. So stellen Sie automatisch einen Bezug zwischen dem kuratierten Beitrag und Ihrer Brand her.

Sie reposten einen Beitrag und verzichten dabei gänzlich auf Eigenwerbung, um Ihre Brand nicht zu sehr ins Rampenlicht zu drängen.

Das ist zwar nobel von Ihnen, doch Ihrer Brand wird diese Herangehensweise nicht weiterhelfen. Selbstpromotion mit Maß und Ziel gehört immer dazu, auch wenn Sie einen fremden Beitrag teilen. Ein kurzer CTA wie „Erfahren Sie mehr über das Produkt auf unserer Website” genügt schon.

Sie teilen einen Beitrag eines Meinungsführers ohne diesen zu erwähnen.

Wenn Sie beispielsweise den Artikel eines Meinungsführers teilen, markieren Sie diesen in Ihrem Post! Erinnern Sie sich noch an den Punkt „Netzwerk ausbauen” von oben? Durch ein kleines „@Meinungsführer” ist der erste Schritt in diese Richtung bereits getan.

Sie teilen spontan fremden Content, jedoch ohne einen festgelegten Zeitplan.

Wie bei Ihrem eigenen Content gilt auch bei kuratierten Beiträgen: Ordnung ist das halbe Leben. Recherchieren Sie relevante Themen und speichern Sie diese beispielsweise in einem Notizprogramm auf Ihrem Computer. Nachdem Sie die Inhalte strukturiert haben und Ihren eigenen Content Clustern zugeordnet haben, ordnen Sie die Beiträge in Ihren Content Calendar ein. So meiden Sie Wildwuchs und fehlende Struktur für einen ganzheitlichen Social Media Auftritt.

Zuhören, anpassen, verbessern

Wir können es nicht oft genug betonen: Social Media ist keine Einbahnstraße. Hören Sie auf das Feedback Ihrer Zielgruppe und passen Sie Ihre (kuratierten) Posts regelmäßig an. Was kam gut an? Was weniger? Rufen Artikel oder Videos mehr Interaktionen hervor? All diese Informationen können Sie beobachten und für Ihre Brand nutzen. 

Welche Themencluster sind für meine Zielgruppe relevant?

Wir helfen Ihnen gerne dabei, relevante Themen für Ihre Zielgruppe zu finden, die passgenau abgestimmt sind. Lassen Sie sich bei einem unverbindlichen Gespräch beraten, um Ihr eigenes Social Media Advertising Feld abzustecken. 

Social Media Check

Quelle: 
Hootsuite