Auf diese 8 Dinge kommt es in der Gesundheits­redaktion an

René Neubach | 31. Mai 2019 | Content Marketing

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In kaum einem Themenfeld gibt es als Redakteurin so viel zu beachten wie im Gesundheitsbereich. Komplizierte Sachverhalte, gesetzliche Vorschriften und sensible Inhalte – in einem schier endlos scheinenden Wirrwarr gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und gleichzeitig Raum für Kreativität zu schaffen. Wir verraten Ihnen, was einen guten Gesundheitsredakteur ausmacht.

1. Eine persönliche Note

Die Vorbereitung ist die halbe Miete. Das gilt vor allem beim Schreiben über die Gesundheit. Gesundheitsthemen sind oft hochkomplex und häufig hat man von einer bestimmten Krankheit oder einem Medikament, von dem der Text handeln soll, zuvor noch nie ein Wort gehört. Dazu kommen gesetzliche Vorschriften in der Gesundheitskommunikation, die beachtet werden müssen. Daher sollten Sie zunächst vor allem eins tun: Recherchieren, recherchieren, recherchieren! Doch wo anfangen? Fest steht: Der Weg zu einem guten Text beginnt nicht immer im Bürostuhl. Gerade bei kreativen Prozessen kann es oft hilfreich sein, die Arbeit wortwörtlich mit nach Hause zu nehmen. Eine Gesprächsrunde im Familien- oder Freundeskreis bietet häufig erste Anknüpfungspunkte an zunächst unbekannte Gebiete. Gesundheitsthemen können darüber hinaus eine ganz besondere, intime Komponente haben – vor allem hier helfen persönliche Geschichten und Einflüsse, um den Text aufzulockern und die Lesenden anzusprechen.

2. Die richtige Balance finden

Einer der größten Fehler, den eine Gesundheitsredakteurin machen kann, ist sich nicht intensiv genug mit den Auftraggebenden auseinanderzusetzen. Zwar ist der eigene Stil das Markenzeichen jedes Redakteurs, doch die Kunst besteht darin, diesen gekonnt mit der Identität des Unternehmens zu verbinden. Dafür ist es hilfreich, den Auftraggebenden vorab gründlich zu screenen. Die Website, Social Media Kanäle und persönliche Gespräche geben viel Auskunft über die Tonalität und den Charakter eines Unternehmens. Diese sollen sich letztendlich im Text widerspiegeln und gleichzeitig in perfekter Balance mit dem eigenen Schreibstil stehen.

3. Die Perspektive wechseln

Gesundheitsthemen sind oft sensibel – da kommt es nicht zuletzt auf Präzision und absolute inhaltliche Korrektheit an. Ein zu hohes Anspruchsniveau kann allerdings kontraproduktiv sein – daher gilt es, komplizierte Themen herunterzubrechen und auch für Laien verständlich zu formulieren. Die Perspektive der Lesenden sollte folglich nie aus den Augen verloren werden. Beim Schreiben ist ein einfacher, klarer Stil gefragt: Kurze Sätze, prägnante Aussagen und keine Scheu vor inhaltlichen Wiederholungen.

4. Kennen Sie sich selbst  

Wohl jede noch so gute Redakteurin kennt sie: Die typische Schreibblockade. Plötzlich klingt jedes Wort falsch, die Finger hängen müde über der Tastatur und die Kreativität will einfach nicht fließen. Keine Sorge, Schreibblockaden sind völlig normal. Die Frage ist, wie Sie mit dem lästigen Knoten im Kopf umgehen. Zunächst einmal bringt es nichts, etwas zu erzwingen. So deprimierend es auch sein mag – durch Haare raufen hat sich noch keine Schreibblockade in Luft aufgelöst. Der erste Schritt, die Blockade zu lösen, ist sie zu akzeptieren. Ob ein guter Kaffee, etwas Bewegung oder Musik – nun liegt es an Ihnen herauszufinden, mit welcher Strategie die Kreativität wieder ins Fließen kommt.

5. Timing ist alles – oder?

Auch im Arbeitsalltag ist es nützlich, sich selbst gut zu kennen. Sie könnten morgens Bäume ausreißen und fühlen sich einfach unschlagbar? Oder sind Sie ein Morgenmuffel und werden erst nach dem dritten Kaffee richtig wach? Über die eigenen Stärken und Schwächen Bescheid zu wissen hilft, die wohl größte Herausforderung im Redaktionsalltag zu bewältigen: Das Zeitmanagement. Gerade bei kreativer Arbeit kann der Spagat zwischen künstlerischer Freiheit und straffer Organisation schwierig sein. Doch wenn es zeitlich wirklich einmal eng wird, sollte stets gelten: Quality first. Denn wenn es um Themen, wie die richtige Behandlungsmaßnahme, oder die Symptome einer Krankheit geht, dürfen keine Fehler riskiert werden.

6. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache

Sprache ist ein machtvolles Instrument. Nur ein einziges Wort kann glücklich oder todtraurig machen und ein einziger Satz kann Welten verändern. Und an kaum einen anderen Bereich sind derart existentielle Ängste und Hoffnungen geknüpft wie an die Gesundheitsbranche. Deshalb ist gerade hier eine besonders achtsame Kommunikation gefragt. Als Gesundheitsredakteur sollte man sich der Verantwortung und der Effekte von Sprache bewusst sein und Worte mit Bedacht und Sensibilität einsetzen.

7. Die drei Must Haves im Redaktionsalltag

Kreativität ist oft vor allem eins: Spontan. Und nichts ist ärgerlicher als das Vorbeiziehen lassen einer guten Idee. Deshalb sollte ein Redakteur wenn möglich immer zwei Dinge bei sich tragen: Einen Stift und einen Block, um genau diese kurzen, wertvollen Gedanken einzufangen. Auch bei Interviews mag das Mitschreiben zwar oldschool sein, doch nur so können wichtige Gedanken bereits während des Gesprächs notiert werden. Jedoch wimmelt es vor allem bei Gesundheitsthemen nur so vor Fachbegriffen und komplizierten Ausdrücken. Um dort nicht den Überblick zu verlieren, ist neben Stift und Zettel auch das Diktiergerät ein absolutes Must Have.

8. Niemals die Neugier verlieren

Zu guter Letzt: Die wichtigste Eigenschaft eines jeden guten Redakteurin: Augen auf und mit Neugier durch das Leben gehen. Denn das Schönste am Beruf als Texter ist, dass immer wieder neue Geschichten in Aussicht stehen. Eine grundsätzliche Neugierde an neuen Inhalten und Themen ist quasi das Salz in der Suppe des Redaktionsalltags. Denn wer sich privat gerne mit neuen Dingen beschäftigt, dem fällt es viel leichter, dies auch beruflich immer wieder mit Freude zu tun.

Fest steht: Gesundheitsthemen bringen einige kommunikative Herausforderungen mit sich. Doch genau diese Besonderheiten machen das Schreiben über das wohl kostbarste Gut so spannend. Der Weg zu einem guten Text startet dabei häufig bei einem selbst und entwickelt sich in Balance zwischen den Bedürfnissen der Auftraggebenden und der Perspektive der Lesenden

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